Frau mit Schmerzen im RückenFrau mit Schmerzen im RückenFrau mit Schmerzen im Rücken

Was hilft gegen Muskel­krämpfe?

Hausmittel, Therapien und Vorbeugung

Muskelkrämpfe können unterschiedliche Ursachen haben. Und so vielfältig die Gründe für einen Krampf der Muskulatur sein können, so verschieden sind auch die Behandlungs­möglichkeiten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Muskelkrämpfen vorbeugen können und was im Falle eines akuten Krampfes zu tun ist. Außerdem stellen wir Ihnen ein paar Hausmittel gegen Muskelkrämpfe vor und erklären, wann ein Besuch einer ärztlichen Praxis bei Krämpfen sinnvoll sein kann.

Wie kann ich Muskel­krämpfen vorbeugen?

Häufig sind Haltungsprobleme die Ursache von Muskelkrämpfen. Ausreichend Bewegung im Alltag kann die Muskeln kräftigen, muskuläre Ungleichgewichte verhindern und so Muskel­krämpfen vorbeugen. Wichtig ist dabei auch ein gezieltes Dehnen der Muskulatur, damit es nicht zu Muskelkrämpfen kommt. Entstehen Muskelkrämpfe aufgrund des Mineralstoff­mangels, sollte dieser über eine ausgewogene Ernährung ausgeglichen werden.

Vor allem bei Krämpfen in Füßen und Beinen können die Auslöser falsches Schuhwerk oder eine Fehl­stellung der Füße sein. Hier können z. B. orthopädische Einlagen Abhilfe schaffen, um Fehl­stellungen zu korrigieren und Krämpfen vorzu­beugen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema „Krämpfen vorbeugen“.

Sofort­maßnahmen: Was hilft schnell gegen Muskel­krämpfe?

Der Muskel verkrampft plötzlich und der Schmerz schießt unvermittelt ein? Dann sollten Sie so schnell wie möglich den betrof­fenen Muskel dehnen. Bei einem Krampf im Wadenmuskel hilft es beispiels­weise, bei gestrecktem oder leicht gebeugtem Bein den Fuß an den Zehen anzufassen und die Zehen in Richtung Nase zu ziehen. Gleichzeitig kann es helfen, sanften Druck auf die Muskulatur und auf schmerz­hafte Trigger-Punkte im Gewebe auszuüben, um den Krampf zu lösen.

Beispiele für Dehnübungen gegen Krämpfe finden Sie hier.

Frau dehnt ihre ArmeFrau dehnt ihre ArmeFrau dehnt ihre Arme

Was tun, wenn der Krampf nicht weg geht?

Sollte der Muskelkrampf nicht weg gehen, können Sie versuchen, mit warmen Kom­pressen oder einem warmen Bad, die Muskeln zu entspannen. Auch Ruhe und Ent­spannung können helfen, die Muskeln zu beruhigen und mögliche Verspannungen zu reduzieren. Wichtig ist vor allem, Aktivitäten, die den betroffenen Muskel weiter belasten können, zu vermeiden, bis der Krampf abgeklungen ist.

Lässt der Krampf trotz dieser Maßnahmen nicht nach, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, um die mögliche Ursache herauszufinden.

Was tun gegen Schmerzen nach dem Krampf?

Bleiben Schmerzen nach einem Muskelkrampf bestehen, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, um die betroffene Körperregion wieder beweglicher zu machen und die Schmerzen zu lindern. Helfen können u. a.:
 

  • Medikamentöse Behandlung (z. B. Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Anti­rheumatika [(Ibuprofen, Diclofenac) ], Opioide [ (Morphin)], Muskelrelaxanzien (Metho­carbamol, Pridinol))
  • Konservative Therapie (Kombination aus Ausdauersport, Kräftigungs­übungen und Dehn­übungen)
  • Physiotherapie
  • Massagen
  • Lokale Wärme
  • Verhaltenstherapie (psychologische Schmerztherapie, z. B. bei chronischen unspezifischen Nackenschmerzen)

Was tun bei ständigen Muskel­krämpfen?

Grafik MuskelkrämpfeGrafik MuskelkrämpfeGrafik Muskelkrämpfe

Häufige Muskelkrämpfe können zu einem Teufelskreis aus Schmerzen und Fehl­haltungen führen und Betroffene sehr belasten. Treten bei Ihnen Krämpfe immer wieder auf und sind diese auch mit Hausmitteln und Bewegung nicht in den Griff zu bekommen, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Nur Medizinerinnen und Mediziner können weiterführende Untersuchungen durch­führen und der möglichen Ursache der Muskelkrämpfe auf den Grund gehen. So können Sie eine effektive Behandlung erhalten, die langfristig die Krämpfe und Schmerzen beseitigen kann.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter „Arztbesuch bei Krämpfen“.

Welche krampf­lösenden Hausmittel gibt es?

Mit verschiedenen Hausmitteln können Sie bei Muskel­krämpfen die Schmerzen lindern und die Muskulatur entspannen. Hilfreich können lokale Wärme­anwen­dungen wie Rotlicht oder Wärme­pflaster sein, auch ein heißes Bad kann die Muskulatur entspannen. Viele Betroffene greifen auf Entspannungs­verfahren zurück, um die Muskeln zu lockern. Regelmäßig angewendet kann so Muskelkrämpfen entgegengewirkt werden. Durch Massagen der betroffenen Muskelbereiche kann die Durchblutung angeregt werden und Verspannungen, die zu Krämpfen führen können, können gelöst werden.

Welchen Einfluss hat die Ernährung auf Muskel­krämpfe?

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, damit unser Körper ausreichend lebenswichtige und vor allem für die Funktion der Muskeln essenzielle Mineral­stoffe wie Magnesium und Kalzium erhält. Fehlen diese, kann es zu Muskelkrämpfen kommen. Achten Sie deshalb auf eine vielseitige Ernährung mit reichlich Vollkorn­produkten, frischem Obst und Gemüse sowie ungesättigten Fettsäuren. Sehr wichtig ist dabei auch eine ausreichende Flüssig­keits­zufuhr, damit es nicht zu einem Ungleichgewicht der Mineral­stoff­konzen­trationen in unserem Körper kommt.

Ausführliche Informationen zum Thema „Ernährung bei Krämpfen“ erhalten Sie hier.

Schüsseln mit Obst, Gemüse und HülsenfrüchtenSchüsseln mit Obst, Gemüse und HülsenfrüchtenSchüsseln mit Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten

Welche Nahrungs­ergänzungs­mittel können bei Muskel­krämpfen helfen?

Ist ein Mineralstoff­mangel Ursache von Muskel­krämpfen, reicht es in den meisten Fällen aus, auf eine ausgewogene, mineral­stoff­reiche Ernährung zu achten, um den Mangel auszugleichen und so den Krämpfen vorzubeugen. In einigen Fällen kann die Einnahme von Nahrungs­ergänzungs­mitteln notwendig sein. Besprechen Sie dieses bitte mit Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihrem behandelnden Arzt.

Häufig greifen Betroffene bei Muskel­krämpfen auf Magnesium­präparate zurück, ohne dass ein tatsächlicher Mangel durch eine Labor­unter­suchung festgestellt wurde. Dabei sollten Sie allerdings Vorsicht walten lassen: Zum einen kann eine übermäßige Zufuhr von Magnesium zu Durchfällen, Übelkeit, Bluthochdruck und sogar kardiovaskulären Symptomen führen, zum anderen wurde in Studien bisher noch nicht eindeutig gezeigt, dass Magnesium­präparate tatsächlich Muskel­krämpfe reduzieren können. Sie sollten nur bei einem nachgewiesenen Magnesium­mangel eingenommen werden.

Sie wollen mehr zum Thema Magnesium gegen Muskel­krämpfe erfahren? Dann klicken Sie hier.

Gibt es Medikamente gegen Muskel­krämpfe?

Lassen sich Muskelkrämpfe nicht durch eine ausgewogene Ernährung, Bewegung oder andere konservative Maßnahmen wie Physiotherapie lindern, können bei sehr schmerz­haften oder häufigen Krämpfen Medikamente zum Einsatz kommen, die die Muskeln entspannen können. Besprechen Sie dies am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.