Mann beim Muskeltraining mit fachlicher UnterstützungMann beim Muskeltraining mit fachlicher UnterstützungMann beim Muskeltraining mit fachlicher Unterstützung

Verspan­nungen lösen

Was hilft gegen Muskel­ver­span­nungen?

Rückenschmerzen, Nackenverspannungen oder Krämpfe gehören für viele – besonders im Job – zum Alltag. Dieser Artikel gibt hilfreiche Tipps, wie sich Verspannungen lösen und behandeln lassen können und wie Verspannungen gar nicht erst entstehen.

Bewegung gegen Verspannungen

Auch wenn es paradox erscheint – Bewegung ist bei Verspannungen das A und O. Betroffene nehmen intuitiv eine Schonhaltung ein und bewegen sich nur noch minimal, um den Schmerz erträglich zu gestalten, was allerdings zu einer Verschlechterung der Situation führen kann.

Dieses Thema wird hier ausführlich beleuchtet.

Massagen & manuelle Therapie

Frau bei einer fachlicher MassageFrau bei einer fachlicher MassageFrau bei einer fachlicher Massage

Massagen versprechen ein wohliges Gefühl der Entspannung. Gerade im Jobstress sind ausgiebige Massage­sitzungen eine kleine Wohlfühl­oase. Denn gezielte Massage­arten können Muskel­verspannungen effektiv lindern. Bei der Bindegewebsmassage zum Beispiel können geschulte Hände mit gezielten Griffen und Techniken das Gewebe stimulieren. Puls und Herz­frequenz werden gesenkt, während die Durchblutung angeregt wird. Diese Art der Massage ist besonders effektiv beim Lösen von Verklebungen und Verspannungen.

Ein effektiver, wenn auch körperlich anspruchsvoller Mix aus Akupressur, Reflex­zonenbehandlung und Hatha-Yoga ist die beliebte Thai-Massage. Diese Art der Massage hat weniger mit einem entspannenden Gefühl zu tun – hier wird richtig am Körper gearbeitet. Mit Händen und Füßen wird Druck auf die Akupressur-Punkte ausgeübt. Der Einsatz von Ellenbogen und Knie gegen tiefsitzende Verspannungen ist auch normaler Teil der Prozedur. Die Thai-Massage setzt vor allem auf Dehnung. Arme oder Beine werden gestreckt oder in alle möglichen Positionen gebogen. Das kann manchmal bis an die Schmerz­grenze gehen, aber niemals darüber hinaus.

Eine angenehmere Methode, mit der sich Verspannungen lösen lassen, ist die Triggerpunkt-Massage. Schmerzhafte Trigger­punkte sind kleine Verhärtungen innerhalb von Muskelfaserbündeln, die als kleine „Knubbel“ unter der Haut auftreten. Sie entstehen, wenn das Muskelgewebe kontinuierlich verkrampft und in der Folge wenig entspannt wird. Die Durchblutung wird vermindert und die Versorgung mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen gerät ins Stocken. Während der Massage wird nun direkt an den Trigger­punkten Druck ausgeübt, der die Durchblutung ankurbelt. Ergänzende Maßnahmen sind Wärme, Akupunktur, Ultraschall- oder Stoßwellentherapie.

Eine Ursache für Verspannungen kann in den körpereigenen Faszien liegen. Faszien umgeben alle Organe, Blut­gefäße, Knochen, Nerven- und Muskel­fasern und halten sie zusammen. Zudem haben Faszien mehr Schmerzrezeptoren als Muskeln. Gesunde Faszien sind flexibel und beweglich. Wird der Körper nicht ausreichend bewegt, wird er überlastet, verletzt oder Stress aus­gesetzt, verhärten und verdicken sich die Faszien und engen den Nerv ein. Und das bereitet Schmerzen. Hier hilft eine Therapie mit einer Faszienrolle, die durch ein Training die Durchfeuchtung und somit die Gleitfähigkeit der Faszien verbessern kann. Schmerzen und Verspannungen können so gelöst werden.

Eine praktische Übersicht über die unterschiedlichen Massagearten ist hier aufgeführt.

Schmerz­lindernde Wirkstoffe und Salben

Wenn der Schmerz überhandnimmt und den Alltag einschränkt, können auch rezeptfreie Wirkstoffe Linderung bieten. Schmerzsalben (z.B. Traumaplant® Schmerzcreme) oder Gels mit Ibuprofen dringen schnell an die betroffene Stelle vor und können dort durch eine entzündungs­hemmende Wirkung den Schmerz lindern. Ein Wirkstoff wie Paracetamol sorgt dafür, dass Schmerzsignale von der betroffenen Stelle nicht zum Gehirn weitergeleitet werden. Bei Nacken­schmerzen kann Acetylsalicyl­säure helfen, den Schmerz zu stillen. Anders als bei Paracetamol werden die Schmerzsignale zwar nicht unterdrückt, aber stark gehemmt. Es ist anzumerken, dass die genannten Wirk­stoffe keine Dauermedikation darstellen. Generell gilt die Empfehlung, sich bei starken und/oder dauerhaften Schmerzen Rat bei der behandelnden Ärztin/bei dem behandelnden Arzt einzuholen.

Stresstherapie und psychische Entspannung

Frau macht EntspannungsübungFrau macht EntspannungsübungFrau macht Entspannungsübung

Stress ist eine von vielen Ursachen für Muskel­ver­span­nungen. Diese können entstehen, wenn ein Stressfaktor über längere Zeit auf uns einwirkt. Besonders anfällig sind in diesem Fall die Schulter-, Nacken- und Kiefer­muskulatur. Aber auch die Rückenmuskulatur und der große Lenden­muskel können betroffen sein.

Klassische Techniken zum Stressabbau können auch dabei helfen, Verspannungen zu lösen. Yoga und Meditation sind beispielsweise Möglich­keiten, dem alltäglichen Stress bewusst zu entkommen. Yoga ist dabei nicht leistungs­orientiert und zielt auf die Verbindung zwischen Körper und Geist, Atem und Bewegung. Der Blick richtet sich nach innen. Yoga macht frei und ermöglicht es, sich den Maßstäben der Leistungs­gesellschaft zu entziehen.

Eine weitere Technik beschäftigt sich mit der Achtsamkeit. Hier geht es darum, die eigene Aufmerksamkeit zu schulen und die Wahr­nehmung für den Augenblick zu schärfen. Wer achtsamer sich selbst und der Umwelt gegen­über ist, tritt stressigen Situationen mit mehr Gelassenheit entgegen.

Visualisierung – also das lebhafte „Sich­vorstellen“ von angenehmen Bildern und Szenen – ist ein weiterer Weg, Stress abzubauen und so Muskel­verspan­nungen zu behandeln. In nur 10 bis 15 Minuten können durch Visualisierung dieselben Gehirnareale aktiviert werden, wie durch konkret erlebte Erfahrungen.¹ Entspannung und Gelassenheit können so den Stress positiv beeinflussen.

Aber auch Psychotherapeuten haben die Möglichkeit, stressbedingte Muskel­ver­span­nungen zu behandeln. Dafür wird eine psychiatrische, psycho­thera­peutische, test­psychologische und auch somatische Unter­suchung durchgeführt. In der Therapie geht es dann um die Behandlung der körper­lichen und seelischen Ursachen. Patientinnen und Patienten lernen ihre individuellen Auslöser der Verspannungen kennen. Dazu zählen Stress oder auch negative Gedanken. Außerdem wird erarbeitet, wie mit diesen Auslösern besser umzugehen ist. 

Hausmittel & Tipps zur schnellen Hilfe

Muskelverspannungen sind niemals angenehm. Mit simplen Hausmitteln können sich manche Verspannungen jedoch recht schnell lösen. Folgende Tipps sind zu emp­fehlen:

Hausmittel zur EntspannungHausmittel zur EntspannungHausmittel zur Entspannung
  • Entspannungs­bäder:
    Bei aufkommenden oder leichten Schmerzen kann ein Bad wahre Wunder wirken. Das warme Wasser entspannt die Muskulatur und regt die Durchblutung an. Ätherische Öle wie zum Beispiel Ros­marinöl steigern dabei den Ent­spannungs­faktor.
  • Supplements (Nahrungsergänzung):
    Bei Magnesiummangel kann die Einnahme von Magnesium sinnvoll sein, da dieser Mineralstoff zu einer normalen Muskel­funktion beiträgt.
  • Ausreichend trinken:
    Starker Flüssigkeits­verlust oder zu geringe Flüssigkeits­zufuhr sorgen für ein Ungleich­gewicht der Mineral­stoffe im Körper. Dadurch werden die Nerven­signale gestört und un­kontrollierte Impulse entstehen. Die Folgen können Muskel­krämpfe sein. Regelmäßig ausreichend Wasser trinken ist für die gesunde, normale Funktion aller Zellen und Gewebe des Körpers, ein­schließlich der Muskelfasern, von Bedeutung.
  • Massage selbst machen:
    Wenn die Zeit für eine Profimassage fehlt, kann man versuchen, Verspannungen selbst "wegzumassieren". Dabei mit Handrücken, Handballen oder Fingern kreisförmig die schmerzende Stelle massieren. Das regt die Durchblutung an und kann der Verspannung entgegenwirken.
  • Dehnungs- und Lockerungs­übungen:
    Zum Dehnen der Schulter- und Nacken-muskulatur werden die Arme nach vorne gestreckt und der Kopf wird zwischen die Arme geneigt. Durch das aktive Nach-vorne-Strecken der Hände entsteht eine Dehnung, die für einige Se­kunden gehalten und dann wieder gelockert wird. Zur Lockerung der Rückenmuskulatur werden die Arme nach oben gestreckt und dabei wird tief ein­geatmet. Beim Aus­atmen wird der gesamte Oberkörper nach unten fallen gelassen.
  • Kräuter und ätherische Öle:
    Ätherische Öle können sich entspannend und schmerzlindernd auf die Muskulatur aus­wirken und die Durch­blutung des Gewebes und der Muskulatur fördern. Dazu zählen unter anderem Kamille, Lavendel, Majoran, Rosmarin, Pfeffer­minze, Eukalyptus, Wacholder und Zitrone.

Hilft Wärme oder Kälte bei Verspan­nungen?

Thermotherapie, also die Nutzung von Wärme und Kälte zur Schmerzlinderung, ist abhängig von der Schmerzursache. Wärme, in Form von Heizkissen oder warmen Bädern, regt die Durchblutung an und lockert Verspannungen. Kälte hingegen erreicht das Gegenteil, indem Blutgefäße verengt werden und die Durchblutung reduziert wird. Das hilft dabei, örtliche Entzündungsvorgänge zu dämpfen. Bei Unsicherheit zur Schmerzursache ist es zu empfehlen, sich einen ärztlichen Rat einzuholen.

Muskel­ver­span­nungen vorbeugen

Frauen beim YogaFrauen beim YogaFrauen beim Yoga

Entspannungsmethoden wie Yoga, Achtsam­keit oder auch Dehn- und Lockerungs­übungen können Muskel­ver­span­nungen ebenso vorbeugen wie ein warmes Bad nach einem langen Arbeitstag.

Viele hilfreiche Beispiele sind hier in einer praktischen Übersicht zusammengefasst.

Verspannungen

Wenn der Schmerz länger anhält oder die Ur­sache nicht selbst geklärt werden kann, sollte man in jedem Fall ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

In dieser Übersicht sind mögliche Therapie­ansätze aufgelistet.

Mann beim ArztgesprächMann beim ArztgesprächMann beim Arztgespräch

1 Psychologische Studierendenberatung am Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Österreich.
https://www.studierendenberatung.at/persoenlichkeitsentwicklung/entspannungstechniken/ii-beispiele-fuer-kurze-entspannungsuebungen-im-studienalltag/3-entspannung-durch-visualisierung/ (Abgerufen am: 03.07.2023).