Schüsseln mit Obst, Gemüse und HülsenfrüchtenSchüsseln mit Obst, Gemüse und HülsenfrüchtenSchüsseln mit Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten

Die richtige Ernährung bei Muskel­krämpfen

Die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Prävention gegen und der Linderung von Muskel­krämpfen. Muskel­krämpfe sind schmerzhafte un­will­kürliche Kontraktionen der Muskeln, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden können. Eine ausgewogene Ernährung, reich an bestimmten Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium und Calcium, kann dazu beitragen, Muskel­krämpfe zu verhindern.

In dieser Rubrik gehen wir darauf ein, wie eine ausgewogene Ernährung Muskel­krämpfen vorbeugen kann. Dazu ist es wichtig zu wissen, welche Nährstoffe eine bedeutende Rolle für die normale Muskel­funktion – das An- und Entspannen – spielen. Außerdem informieren wir Sie darüber, warum eine ausreichende Flüssigkeits­zufuhr ebenfalls entscheidend für die Muskel­funktion ist und welche Lebensmittel Krämpfe auslösen bzw. lindern können.

Abschließend erhalten Sie einige hilfreiche Tipps, wie Sie Muskelkrämpfen vorbeugen können.

Die wichtige Rolle der Ernährung als Ursache bei Krämpfen

Bei Muskelkrämpfen kommt es zu einer Anspannung (Kontraktion) des betrof­fenen Muskels, die nicht von einer Ent­spannung abgelöst wird. Es liegt also eine dauerhafte Erregung des Muskels vor. Hierfür sind vermutlich Nerven­impulse im Rückenmark verantwortlich, die das Signal zum An-, aber auch zum Entspannen an den Muskel weitergeben. Geraten diese beiden Signale außer Kontrolle, können die Muskeln ver­krampfen. Die Auslöser für dieses gestörte Zusammenspiel von Muskel und Nerv können vielfältig sein:

  • Überanstrengung oder Fehlbelastung beim Sport
  • Bewegungsmangel
  • Dehydratation (Flüssigkeitsmangel)
  • Nährstoff- oder Mineralstoffmangel
  • Hormonschwankungen, z. B. während der Schwangerschaft
  • Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenfunktionsstörungen

Nährstoffmangel als Ursache von Krämpfen

Durch eine ausgewogene Ernährung wird der Körper mit allen essenziellen Mineral- und Nährstoffen versorgt. Eine einseitige Ernährung, starker Flüssig­keits­verlust (z. B. durch Schwitzen beim Sport) und bestimmte Erkrankungen können jedoch zu einem Nähr- und Mineralstoffmangel führen. Folgende Mineralien und Vitamine spielen für die Funktion der Muskeln eine besondere Rolle und können bei einem Mangel Muskelkrämpfe begünstigen:

Vitamin B

Die B-Vitamine setzen sich aus ins­gesamt 8 Vitaminen zusammen, die für Nerven, Stoff­wechsel und Blut­bildung benötigt werden. Sie gehören zu den essenziellen Vitaminen, d. h., der Körper kann sie nicht eigen­ständig bilden und sie müssen daher mit der Nahrung auf­ge­nommen werden.

Vitamin D₃

Das fettlösliche Vitamin D3 wird vor allem durch Sonnen­strahlung (UVB-Strahlung) vom Körper produ­ziert. Es fördert u. a. die Muskel­kraft, die Schnellig­keit und die Koordi­nations­fähig­keit der Muskulatur. Damit Vitamin D aktiv vorliegt, wird Magnesium benötigt. Vitamin D unter­stützt wiederum die Auf­nahme von Magnesium im Darm.

Magne­sium

Magnesium ist für die normale Muskel­funktion unerlässlich, da der Mineral­stoff als Gegen­spieler von Calcium die Entspannung der Muskulatur unterstützt. Außerdem kann Magnesium die Energie­währung der Zelle – das sogenannte ATP (Adeno­sintri­phosphat) – aktivieren, sodass ausreichend Energie für eine normale Muskel­funktion vorhanden ist.

Calcium

Damit es zu einer Muskel­kontraktion kommt, wird Calcium für die Reiz­über­tragung zwischen Nerv und Muskel benötigt.

Kalium

Kalium reguliert zusammen mit Natrium den Wasser­haushalt des Körpers. Zusätzlich spielt es ebenfalls für die Reiz­weiter­leitung und damit für die Erreg­bar­keit von Muskeln eine wichtige Rolle.

Welche Lebensmittel können Krämpfe auslösen oder verschlimmern?

Bestimmte Genussmittel können die Entstehung von Krämpfen begünstigen oder bereits bestehende Krämpfe verstärken. Alkohol besitzt beispielsweise dehydrierende Eigenschaften, die zu einem Verlust von Wasser und wichtigen Mineralstoffen führen.

Der übermäßige Konsum von Stimulanzien wie Koffein oder Nikotin kann ebenfalls zu Muskelkrämpfen führen.

Eine unausgewogene und einseitige Ernährung begünstigt wiederum den Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineral­stoffen, die für eine intakte Muskelfunktion unabdingbar sind. So ist beispiels­weise der tägliche Magnesium­bedarf individuell. Er hängt von Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und von körperlicher Aktivität ab. Eine gesunde erwachsene Person benötigt etwa 300 – 400 mg Magnesium pro Tag.1 Insbesondere Stress und Alkohol rauben dem Körper jedoch Magnesium und sorgen für einen erhöhten Bedarf.

Im Rahmen einer Histamin-Intoleranz kann außerdem der Genuss von histaminreichen Lebensmitteln wie gereiftem Käse, Rotwein und fermentierten Produkten zu Muskel­krämpfen führen.

Grafik vom Muskel und unterstützende MineralstoffeGrafik vom Muskel und unterstützende MineralstoffeGrafik vom Muskel und unterstützende Mineralstoffe

Wie wirkt sich Dehydratation auf Krämpfe aus?

Frau trinkt Wasser aus einer GlasflascheFrau trinkt Wasser aus einer GlasflascheFrau trinkt Wasser aus einer Glasflasche

Der Körper benötigt Wasser für verschiedene Stoffwechselprozesse. Verliert er über Schweiß und Urin mehr Flüssigkeit, als aufgenommen wird, kommt es zu einem Flüssigkeitsmangel, der auch als Dehydratation bezeichnet wird. Dadurch kommt es ebenfalls zu einem Verlust von Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium oder Calcium, die im Wasser gelöst sind. Da diese Mineralstoffe entscheidend für eine normale Muskel­funktion sind, kann eine Dehydratation u. a. auch Muskelkrämpfe auslösen.

Gerade ältere Menschen leiden häufig unter einer Dehydratation, denn sie vergessen, ausreichend Flüssigkeit am Tag aufzunehmen, oder verspüren keinen Durst.

Rund 1 Liter Flüssigkeit erhält der Körper am Tag über wasserhaltige Lebensmittel. Mindestens 1,5 Liter sollten zusätzlich durch Getränke wie Wasser, Saftschorle oder ungesüßten Tee aufgenommen werden. Mineralwasser enthält bereits einige Mineralstoffe. Je nach Sorte sind unterschiedliche Mineralien in ver­schiedenen Konzentrationen enthalten. So gibt es beispielsweise Sorten, die besonders reich an Calcium sind.

Verliert der Körper mehr Flüssigkeit über Schweiß – zum Beispiel während des Sports oder während einer Hitzeperiode –, sollte die Trinkmenge entsprechend angepasst werden.

Auch bestimmte Medikamente und Erkrankungen können dazu führen, dass vermehrt Wasser ausgeschieden wird. Wenn das Trinkverhalten dann nicht angepasst wird, droht eine De­hydratation. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Diese Lebensmittel helfen bei Muskelkrämpfen

Ist ein Mineralstoffmangel verantwortlich für die Muskelkrämpfe, können bei der Ernährung Lebensmittel gewählt werden, die besonders reich an Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium und Calcium sind. Auch Lebensmittel, die reich an B-Vitaminen sind, spielen eine Rolle.

So kann eine ausgewogene, mineral­stoff­reiche Ernährung helfen, Krämpfen vorzubeugen oder Symptome zu lindern. Die folgende Tabelle listet verschiedene Lebensmittel auf, die reich an diesen Stoffen ist.

Süssspeisen und BananenSüssspeisen und BananenSüssspeisen und Bananen

Magnesium

  • Vollkorn­produkte
  • Haferflocken
  • Quinoa
  • Kürbiskerne
  • Sonnen­blumen­kerne
  • Erdnüsse
  • Cashewnüsse
  • Bitter­schokolade
  • Bananen
  • Bohnen

Kalium

  • Vollkorn­produkte
  • Nüsse
  • Spinat
  • Salat
  • Hülsenfrüchte
  • Kohl
  • Avocados
  • Tomaten
  • Bananen
  • Trockenobst
  • Kartoffeln

Calcium

  • Milchprodukte
  • Grünkohl
  • Spinat
  • Rucola
  • Brokkoli
  • Sesampaste
  • Haselnüsse
  • Paranüsse

B-Vitamine

  • Fleisch
  • Fisch
  • Eier
  • Milch
  • Weichkäse
  • Sonnen­blumen­kerne
  • Linsen
  • Bananen
  • Avocados
  • Nüsse
  • Champignons

Kommt es durch vermehrtes Schwitzen zu einem Verlust an Mineral­stoffen, können auch isotonische Getränke oder etwas Salz in einem Glas Orangen­saft helfen, den Verlust aus­zu­gleichen.
In einigen Fällen kann es sein, dass eine Ernährungs­umstellung allein nicht ausreicht. Hier können Nahrungs­ergänzungsmittel notwendig werden. Dies sollte jedoch immer von der behan­delnden Ärztin oder dem behan­delnden Arzt abgeklärt werden.

Fazit und abschließende Tipps zur Ernährung bei Krämpfen

Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung stellt sicher, dass der Körper mit allen wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen versorgt ist. Dies beugt Muskel­krämpfen, die auf einen Nährstoff­mangel zurückzuführen sind, effektiv und langfristig vor.  

Um einen Mineralstoffmangel aus­zu­gleichen, können gezielt mineral­stoff­reiche Lebensmittel verzehrt werden. Probieren Sie doch zum Beispiel mal einen Spinat-Radieschen-Salat mit Gorgonzola aus.

Salat-RezeptSalat-RezeptSalat-Rezept

Tipps, wie Sie Muskelkrämpfen vorbeugen können:

  • Trinken Sie mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Vollkorn­produkten und ungesättigten Fettsäuren.
  • Gleichen Sie bei vermehrtem Schwitzen den Mineralstoffverlust mit isotonischen Getränken aus.
  • Wärmen Sie sich mit Dehnübungen vor dem Sport auf.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, ohne mit der Bewegung zu übertreiben.
  • Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich nach einer intensiven Anstrengung zu regenerieren.