Frau mit NackenschmerzenFrau mit NackenschmerzenFrau mit Nackenschmerzen

Muskel­ver­span­nungen

Definition, Symptome und Diagnose

Muskelverspannungen können in unterschiedlichster Form auftreten. Rückenschmerzen, Nacken-, Schulter- oder Armbeschwerden gehören für viele zum Alltag. Dieser Artikel erklärt, was Muskel­ver­span­nungen sind, welche Symptome auftreten und was man dagegen unternehmen kann.

Was sind Muskel­ver­span­nungen?

Was genau versteht man überhaupt unter einer Muskel­ver­span­nung? Die Definition besagt, dass es sich dabei um eine länger anhaltende, unwill­kürliche Kontraktion eines Muskels oder einer Muskelgruppe handelt. Generell kann man sagen, dass Muskeln angespannt werden. Dies ist Teil ihrer ganz normalen Funktion im Körper. Bei der Anspannung verkürzt sich der Muskel und die Durchblutung wird reduziert. Wenn der Muskel wieder entspannt wird, normalisiert sich automatisch auch die Durchblutung. Wird der Muskel aber über einen längeren Zeitraum oder sogar ständig angespannt – durch Überlastung oder eine falsche Sitzposition zum Beispiel –, kann es zu einer permanenten Verkürzung des Muskels kommen. Der Muskel wird nicht mehr ausreichend durchblutet und kann dadurch verhärten. Und genau das kann Schmerzen hervorrufen. Muskel­ver­span­nungen sind keine Frage des Alters, denn Verspannungen und Schmerzen in den Bereichen der Rücken-, Nacken- und Schultermuskulatur können jeden treffen. Da die Ursachen für Muskel­ver­span­nungen so unterschiedlich sein können, werden sie als häufige Beschwerde genannt. Schätzungen zufolge hat jeder Dritte einmal pro Jahr mit Nackenschmerzen zu kämpfen.1 Eine Statistik aus dem Jahr 2009 besagt, dass 53 % der Befragten unter Muskel­ver­span­nungen und Rücken­schmerzen leiden.2

Weitere Informationen zu den Ursachen für Muskel­ver­span­nungen sind hier zusammengefasst.

Ein praktischer Überblick über die Behand­lung von Muskel­ver­span­nungen, Haus­mittel, Tipps und Vorbeugung ist hier zu finden.

Frau hält sich schmerzhaft die Hand an den NackenFrau hält sich schmerzhaft die Hand an den NackenFrau hält sich schmerzhaft die Hand an den Nacken

Symptome von Muskel­ver­span­nungen

Das Hauptsymptom von Muskel­ver­span­nungen ist Schmerz vor allem in den Bereichen Rücken, Schultern und Nacken. Druckschmerz in den betroffenen Muskelpartien sowie Kopf­schmerzen im Nackenbereich sind häufige Begleiterscheinungen von Ver­span­nungen aller Art. Die Schmerzen können dabei auch in andere Muskel­gruppen oder Körperteile ausstrahlen.

Ein Symptom, das meist in Folge auftritt, ist eine eingeschränkte Beweglichkeit. Diese kann durch verhärtete und ver­kürzte Muskulatur auftreten. Ist der Nacken verspannt, kann der Kopf meist nicht mehr vollständig zur Seite gedreht werden. Intuitiv begibt man sich dann in eine Schonhaltung, um den Schmerz erträg­lich zu halten. Diese Schonhaltung kann die Beschwerden allerdings weiter verstärken. Es wird daher empfohlen, gerade im Fall von Muskel­ver­span­nungen in Bewegung zu bleiben, dabei aber nicht über die Schmerzgrenze hinauszugehen.

Häufige Arten von Verspannungen

Im menschlichen Körper befinden sich rund 650 Muskeln. Da ist es kein Wunder, dass es viele unterschiedliche Arten von Muskelverspannungen gibt, deren Symptome und deren Behandlung sich voneinander unterscheiden.

Zu den häufigsten Arten von Verspannungen zählen unter anderem:

Grafik: NackenverspannungGrafik: NackenverspannungGrafik: Nackenverspannung

Verspannungen im Hals-Nacken-Bereich

Nackenverspannungen können am häufigsten durch Über- oder Fehlbean­spruchung der Muskulatur entstehen und sind das Ergebnis einer verspannten Muskulatur im Halsbereich. Viele Menschen arbeiten tagtäglich am Schreibtisch und meist in einer falschen Haltung. Das lange Verharren in dieser Haltung und ein Mangel an Bewegung können dafür sorgen, dass sich die Muskeln im Hals-Nacken-Bereich verhärten. Nackenschmerzen sind die Folge. Das Leben spielt sich heutzutage zu einem großen Teil vor Bildschirmen ab. Der ständige Blick auf das Smartphone in einer nach vorne gebückten Haltung sorgte sogar für eine der neueren Diagnosen namens „Handy-Nacken“.

Grafik: Verspannung der SchulterGrafik: Verspannung der SchulterGrafik: Verspannung der Schulter

Verspannungen der Schultern

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper. Muskelverspannun­gen im Schulterbereich können die Beweglichkeit daher extrem einschränken. Die Ursachen sind ähnlich wie bei anderen Verspannungen: Fehlhaltung, Überlastung, Stress und viele andere mehr. Da die Schulter direkt für die Beweglichkeit der Arme zuständig ist, sollte eine Scho­nhaltung dringend vermieden und den Beschwerden aktiv mit Bewegung begegnet werden. 

Grafik: Verspannungen im RückenGrafik: Verspannungen im RückenGrafik: Verspannungen im Rücken

Verspannungen im Rücken

Beschwerden in der Rückenmuskulatur können zu Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule führen. Diese können sich nach und nach steigern oder plötzlich, aus dem Nichts, auftreten, wie bei einem Hexenschuss. Wie bei allen anderen Muskelverspannungen sind Fehlbelastungen, Bewegungsmangel, einseitige Belastungen, eine ungünstige Körperhaltung und Magnesiummangel mögliche Ursachen für Verspannungen im Rücken. 

Grafik: Verspannungen im KieferGrafik: Verspannungen im KieferGrafik: Verspannungen im Kiefer

Verspannungen im Kiefer

Eine der Arten von Muskelverspannungen, über die nicht so häufig berichtet wird, sind muskuläre Verspannungen im Kieferbereich. Zähneknirschen in der Nacht ist eine mögliche Ursache für diese Art der Verspannung, die in der Folge weitere Verspannungen im Körper auslösen kann. Diese Muskelverspannung erzeugt unkontrollierten Druck auf den Kiefer- und Kauapparat. Die Ursachen können hier besonders in der Psyche liegen: Stress, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen sowie innere Unruhe können Faktoren sein, die muskuläre Verspannungen im Kiefer­bereich auslösen können. Körperliche Signale, die man dabei im Auge behalten sollte, sind unter anderem Müdigkeit, Nackenverspannungen, Schulterschmerzen sowie Nackensteifheit.

Grafik: Verspannungen im BrustkorbGrafik: Verspannungen im BrustkorbGrafik: Verspannungen im Brustkorb

Verspannungen im Brustkorb

Muskelverspannungen im Brustbereich können Auswirkungen auf die Atmung haben. Da das Einatmen über ein Dehnen des Brustkorbes gewährleistet wird, kann es bei einer Verspannung der Brustmuskulatur zu Schmerzen beim Einatmen kommen. Dabei wird der Brustkorb stark gedehnt, was zur Folge hat, dass die bereits gedehnten Muskeln im Brustbereich noch stärker gereizt werden und es so zu Schmerzen kommen kann. Das Hauptsymptom ist ein druckähnliches Gefühl auf der Brust. Hier ist es besonders darauf zu achten, eine Schonhaltung sowie eine Schonatmung zu vermeiden, da die Haltung weitere muskuläre Verhärtungen und Schmerzen auslösen kann. Die Schonatmung kann sogar dazu führen, dass die Lunge nicht wie gewohnt belüftet wird. Dies kann in der Folge zu subjektiver Atemnot sowie zu entzündlichen Prozessen in der Lunge führen.

Diagnose und Behandlung von Muskel­ver­span­nungen

Frau beim ArztgesprächFrau beim ArztgesprächFrau beim Arztgespräch

Um Muskelverspannungen schnell und effizient behandeln zu können, ist es wichtig, eine genaue Diagnose zu erstellen. Denn unterschiedliche Ursachen erfordern bei Verspannungen unterschiedliche Behandlungsmethoden.

Weiterführende Informationen, wann man einen Arzt oder eine Ärztin bei Verspannungen aufsuchen sollte, sind hier aufgeführt.

Einige Verspannungen kann man mit einfachen Hausmitteln gut selbst kurieren. 

Eine praktische Übersicht über Methoden und tiefergehende Informationen ist hier aufgelistet.

Verspannungen vorbeugen

Ist die Verspannung einmal da, muss sie behandelt werden, das ist klar. Jedoch gibt es Methoden und Praktiken, um Muskelverspannungen vorzubeugen.

Hier finden sich Übungen, Praktiken und Tipps in einer hilfreichen Übersicht.

1 Institut für Qualität und Wirtschaft im Gesundheitswesen (IGWiG). https://www.gesundheitsinformation.de/nackenschmerzen.html. (Abgerufen am: 03.07.2023).

2 Statista Research Department 2009. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/6800/umfrage/haeufige-gesundheitliche-beeintraechtigungen/ (Abgerufen am: 03.07.2023).